Lazaros Maragos

Lazaros Maragos war einer der 43 porträtierten Griechischen Migranten bei der Foto-Ausstellung von Nikolaos Radis.

“Es kamen Menschen”: Griechische Migranten heute

Vor 50 Jahren warb Deutschland die ersten Gastarbeiter aus Griechenland an. Sie wurden gebraucht, um das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit zu verwirklichen. Doch, wie Max Frisch feststellte: Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen.

Diesen Menschen ist der Fotograf und Graffitikünstler Nikolaos Radis auf der Spur. Er stammt selbst aus einer griechischen Migrantenfamilie. Radis wendet sich dem Hier und Heute zu. Er begleitet die Veranstaltungsreihe “Kalimera Deutschland” und porträtiert die griechischen Einwanderer und deren Nachkommen. In Radis Bildern werden abstrakte Begriffe wie Heimat oder Integration auf einen individuellen, persönlichen Maßstab heruntergebrochen. Er zeigt, dass jeder Mensch auf seine eigene Art und Weise in Deutschland angekommen ist. Die Bilder werden von zusammengefassten Biografien der Menschen begleitet.

www.nikolaosradis.de

Name: Lazaros Maragos
Geburtsort: Schwäbisch Hall
Geburtsjahr: 1964
Zitat: „Mein Traum wäre es, ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes Jahr in Griechenland zu leben.“
Status: Gastronom und Inhaber der Taverne „Retsinadiko“

Was Lazaros Maragos mit Deutschland verbindet? Die griechische Küche. Was zunächst paradox klingt, lässt sich leicht erklären. Der 46-Jährige hat sich seine griechische Welt nach Stuttgart verlegt, indem er nach seiner Ausbildung als Elektriker 1981 das erste griechische Bistro in der schwäbischen Landeshauptstadt eröffnete. Das „Inside“ bot genau das, was sich die Migranten damals wünschten: ein Stück Zuhause und die zugehörige Küche. 14 Jahre später übernahm der in Schwäbisch Hall Geborene dann die Taverne „Retsinadiko“ seines Vaters, die er bis heute führt. Seine Eltern sind Anfang der 60er Jahre mit dem Zug und einem Anwerbeabkommen im Gepäck in Deutschland angekommen, wo sie viele Jahre in der Industrie arbeiteten, bevor sie sich der Gastronomie widmeten. Lazaros Maragos selbst ist Grieche durch und durch mit einer Liebe zu Deutschland. „Mein Traum wäre es, jeweils ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes Jahr in Griechenland zu leben.“
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